Auf der Suche nach dem Schnee. So oder ähnlich könnte man den heurigen Winter umschreiben und so machten wir an diesem Wochenende statt einer Schneeschuhwanderung eine Winterwanderung am Klippitztörl. Es war zum ersten Mal in der Naturfreunde OG St.Jakob im Rosental, dass wir im Winter eine 2-Tage-Tour mit Übernachtung machten. Mir fiel nichts Besseres ein als im Naturfreundehaus Klippitztörl zu übernachten, denn im Winter schaut es mit den geöffneten Hütten in Kärntens Bergen eher schlecht aus.
Treffpunkt war Freitag um halb 2 Uhr, wo sich 6 Gleichgesinnte zusammenfanden und wir unterwegs in Pörtschach noch eine Wanderin aufgabelten. Das Wetter war warm, die Sonne schien vom blauen Himmel und alles war perfekt für eine problemlose Anreise und eine kurze Nachmittagstour auf den Hohenwart (1818m). Die Wanderungen habe ich um eine Woche verschoben wegen des kurzen Wintereinbruchs Mitte Februar. Vom vergangenen Schnee war aber nicht mehr viel übriggeblieben.
Nachdem wir die Zimmer belegt hatten, ging es kurz vor halb 4 Uhr nachmittags los. Ohne Schneeschuhe und auch ohne Grödel. Der Steig war gut ausgetreten und mit einem schönen Blick auf den nicht sehr weißen Zirbitzkogel ging es mäßig steigend die 200 Höhenmeter hinauf ins Schigebiet. Wir waren alleine unterwegs und machten in der schon tief stehenden Sonne winterliche Gipfelfotos vom Hohenwart. Von der Koralpe über den Ameringkogel und den Zirbitzkogel reichte der Blick weit in die Nockberge, Niederen Tauern und ins Klagenfurter Becken. Als Aussichtsberg ein schöner Gipfel. Am Abstieg war die Vorfreude aufs Abendessen schon groß, doch zuvor erlebten wir noch einen schönen Sonnenuntergang über Kärnten. Ob Schnee oder braune Flecken, Winter oder doch schon Frühling – ein Sonnenuntergang auf einer Wanderung ist immer ein Erlebnis.
Nach dem Duschen und Telefonieren gab es noch einen gemütlichen Abend in der Stube des Naturfreundehaus Klippitztörl. Die Suppen (große Portionen), die Kärntner Kasnudel samt viel Salat (eine Bank) und die Stangenkrapfen waren gut und schmeckten, und letztendlich war es ein gemütlicher Abend bei dem einen oder anderen Spritzer bzw. Achterl Wein. Gute Nacht.
Morgenerwachen am Naturfreundehaus Klippitztörl. Die Sonne ging gerade über dem wolkenlosen Himmel auf. Draußen war es kalt, aber leider auch windig. Um halb 8 Uhr gab es das Frühstück vom Buffet und wir waren nicht nur gut versorgt, sondern auch gut drauf. Stress hatten wir keinen, stand doch heute eine kurze Halbtagestour am Programm.
Vom Klippitztörl ging es durch den Wald von der Nordseite auf den Geierkogel (1917m). Ohne Grödel und nur mit den Wanderschuhen. Anfangs mäßig steigend, später wurde es etwas winterlicher und steiler, aber im Wesentlichen ohne Probleme. Nur der Wind blies uns aus nordwestlicher Richtung um die Ohren, sodass für manche auch die Kapuze der Goretex-Jacke hilfreich war. Trotz des Windes war die Fernsicht traumhaft schön und weit. Gefiel mir gut.
Die Tour war leider nur kurz und nach 300 Höhenmeter war der schneearme Samstag-Gipfel auch schon wieder erreicht. Wir blieben nach ein paar Fotos nicht lange und stiegen südseitig in die Scharte Litzer Talen hinab. Wir hätten die Tour um 200 Höhenmeter noch auf die Forstalpe (2034m) verlängern können, doch wegen des Windes entschieden wir uns dagegen. Ehrlich gesagt: Es hätte nicht viel gebracht. Außer unfreundliche Kälte. So werden wir uns die restliche Saualpe für eine andere Wanderung im Sommer aufheben.
Wir kehrten wieder um und gingen westlich des Geierkogel auf einem Wanderweg zurück zum Klippitztörl, wo wir zu Mittag die Tour und die 2-tägige Winterwanderung ausklingen ließen. Ein Danke den Teilnehmern, die am Versuch mitmachten und ich hoffe es hat allen Gefallen. Mir auf jeden Fall. Es war heuer ein anderer Winter als sonst und die Gegend ums Klippitztörl und seinem Naturfreundehaus bietet bei Neuschnee sicherlich schöne Schneeschuhwanderungen. In diesem Sinne und auf der Suche nach dem Schnee ein dankbares „Berg frei“.
(Bericht von Thomas)